Planung auf Papier
Ikea hat uns zwar gefallen. Aber vielleicht haben andere ja auch noch ein paar Ideen. Also nutzen wir diesen Samstag und schauen uns mal in den umliegenden Möbelhäusern um. Bei einem Küchenfachgeschäft werden nur relativ kurz unsere Wünsche aufgenommen. Der Verkäufer verspricht, uns etwas in den nächsten Tagen zusammenzustellen und per E-Mail zuzuschicken. Bei einem anderen Möbelhaus bekommen wir einen Beratungstermin für nächsten Donnerstag. In einem anderen werden wir aber sofort beraten.
Naja, ein wenig widerwillig wirkt die Beratung schon Die erste Frage ist, welche Preisvorstellung wir denn hätten. Ich nenne eine Summe und zeige dem Verkäufer meinen Ikea-Plan. Er überschlägt: 11 m Küchenmöbel. Sie werben mit 600 € pro Meter. Aber da käme dann noch Arbeitplatte und Montage hinzu. Und wenn man etwas Richtiges haben wolle, dann wäre man bei 1200, 1500 oder 1800 € pro Meter. Wir würden ja sehen, dass meine Preisvorstellung nicht so ganz passt. Ob wir trotzdem mal versuchen wollten, etwas mit ihm zusammenzustellen? ... Das klingt nicht gerade begeistert. Wir bekommen schon das Gefühl, nicht die richtigen Kunden für ihn zu sein. Aber was soll's! Geschieht ihm recht, wenn wir seine Zeit verschwenden. Also sagen wir ja.
Der Verkäufer ist ein Herr in den Sechzigern. Die neue Technik scheint ihm fremd. Während andere Verkäufer in der selben Abteilung am Rechner die Küchen zusammenstellen, beginnt er mit einem großen Zeichenblock, Kugelschreiber, Bleistift und einer Schablone. Mit Kugelschreiber zeichnet er den Grundriss unserer Küche auf. Die Möbel sollen dann mit Bleistift reinkommen, damit er sie bei Bedarf wieder ausradieren und ändern kann. Leider verzeichnet er sich beim Grundriss. Aber egal - wir könnten uns den Versatz ja sicherlich vorstellen.
Für die Möbel holt er sich einen Katalog von einem anderen Schreibtisch. Oh, er hat den falschen erwischt. Also verschwindet er noch einmal. Oh, da fehlen gerade die Seiten mit den Spülenunterschränken. Also verschwindet er noch einmal. Auch für Arbeitsplatten und Armaturen muss er uns jeweils nochmal warten lassen, um die entsprechenden Kataloge zu holen.
Bei der Anordnung der Möbel hält er sich im Wesentlichen an meinen Ikea-Vorschlag. Allerdings versucht er, preislich niedrig zu bleiben. Das heißt, statt Unterschränken mit Auszügen gibt es nur welche mit Einlegeböden. Statt Oberschränken mit Glastüren gibt es nur welche ohne Glas. Einen Eckunterschrank mit Rondell - den lassen wir lieber weg. Den Unterschrank davor bringt doch eh nicht viel. Dass dann die Arbeitsplatte nicht durchgeht, ach, das lässt sich doch machen. Da kommt einfach ein Stück Arbeitsplatte dazwischen, vielleicht so ein Rundbogen:
Fertig geplant. Jetzt geht es um den Preis. Der Verkäufer hatte beim Zusammenstellen der Küche schon die Einzelpreise auf dem Papierbogen notiert. Jetzt rechnet er alles mit dem Taschenrechner zusammen. Der Gesamtpreis - utopisch. Aber sie haben ja ihre 30 % Aktion, Elektrogeräte und Aufbau natürlich ausgenommen. Also geht der Preis um etwas ein Viertel runter. Dann fängt er an zu rechnen. Schließlich schreibt er eine Zahl auf das Blatt und zeigt sie uns. Nochmal 20 % niedriger. Das wäre es.
Okay, der Preis liegt deutlich über dem, was ich ursprünglich geplant hatte. Er liegt auch noch 20 % über dem, was ich dem Verkäufer zu Beginn unseres Gesprächs gesagt hatte. Aber so ganz abwegig ist der Preis vielleicht doch nicht. Nur - ich kann mir die Küche so gar nicht vorstellen. Mir fehlt die 3D-Ansicht. Wie sieht diese Küche aus? Wirkt sie symmetrisch? Sind Schubladen und Türen schön auf einer Höhe? Ich sage dem Verkäufer, dass wir auf jeden Fall erst einmal darüber schlafen müssen. Nein, das geht nicht. Das Angebot gilt nur heute. Sie haben doch nur diese Woche die 30%-Aktion.
Ich lasse mir doch nicht die Pistole auf die Brust setzen. Uns so unter Druck zu setzen - das geht doch wohl gar nicht. Ich stehe auf. Dann halt nicht. Meine Frau ist da kompromissbereiter. Sie versucht mich zu besänftigen. Ich erkläre ihr, dass sie diese %-Aktionen doch eh alle Nase lang hätten. (Tatsächlich wurde sie gleich am nächsten Tag wieder für 8 Tage verlängert.)
Also einigen wir uns darauf, dass wir uns das Ganze überlegen und uns gegebenfalls am selben Tag noch melden. Er hinterlegt das Angebot bei seiner Kollegin. Mitnehmen können wir es leider nicht. Also fällt es uns schwer, noch einmal richtig darüber nachzudenken, wenn wir gar nichts vor Augen haben. Beim Weggehen ist uns schon klar: Hier wird es nichts!
Naja, ein wenig widerwillig wirkt die Beratung schon Die erste Frage ist, welche Preisvorstellung wir denn hätten. Ich nenne eine Summe und zeige dem Verkäufer meinen Ikea-Plan. Er überschlägt: 11 m Küchenmöbel. Sie werben mit 600 € pro Meter. Aber da käme dann noch Arbeitplatte und Montage hinzu. Und wenn man etwas Richtiges haben wolle, dann wäre man bei 1200, 1500 oder 1800 € pro Meter. Wir würden ja sehen, dass meine Preisvorstellung nicht so ganz passt. Ob wir trotzdem mal versuchen wollten, etwas mit ihm zusammenzustellen? ... Das klingt nicht gerade begeistert. Wir bekommen schon das Gefühl, nicht die richtigen Kunden für ihn zu sein. Aber was soll's! Geschieht ihm recht, wenn wir seine Zeit verschwenden. Also sagen wir ja.
Der Verkäufer ist ein Herr in den Sechzigern. Die neue Technik scheint ihm fremd. Während andere Verkäufer in der selben Abteilung am Rechner die Küchen zusammenstellen, beginnt er mit einem großen Zeichenblock, Kugelschreiber, Bleistift und einer Schablone. Mit Kugelschreiber zeichnet er den Grundriss unserer Küche auf. Die Möbel sollen dann mit Bleistift reinkommen, damit er sie bei Bedarf wieder ausradieren und ändern kann. Leider verzeichnet er sich beim Grundriss. Aber egal - wir könnten uns den Versatz ja sicherlich vorstellen.
Für die Möbel holt er sich einen Katalog von einem anderen Schreibtisch. Oh, er hat den falschen erwischt. Also verschwindet er noch einmal. Oh, da fehlen gerade die Seiten mit den Spülenunterschränken. Also verschwindet er noch einmal. Auch für Arbeitsplatten und Armaturen muss er uns jeweils nochmal warten lassen, um die entsprechenden Kataloge zu holen.
Bei der Anordnung der Möbel hält er sich im Wesentlichen an meinen Ikea-Vorschlag. Allerdings versucht er, preislich niedrig zu bleiben. Das heißt, statt Unterschränken mit Auszügen gibt es nur welche mit Einlegeböden. Statt Oberschränken mit Glastüren gibt es nur welche ohne Glas. Einen Eckunterschrank mit Rondell - den lassen wir lieber weg. Den Unterschrank davor bringt doch eh nicht viel. Dass dann die Arbeitsplatte nicht durchgeht, ach, das lässt sich doch machen. Da kommt einfach ein Stück Arbeitsplatte dazwischen, vielleicht so ein Rundbogen:
Fertig geplant. Jetzt geht es um den Preis. Der Verkäufer hatte beim Zusammenstellen der Küche schon die Einzelpreise auf dem Papierbogen notiert. Jetzt rechnet er alles mit dem Taschenrechner zusammen. Der Gesamtpreis - utopisch. Aber sie haben ja ihre 30 % Aktion, Elektrogeräte und Aufbau natürlich ausgenommen. Also geht der Preis um etwas ein Viertel runter. Dann fängt er an zu rechnen. Schließlich schreibt er eine Zahl auf das Blatt und zeigt sie uns. Nochmal 20 % niedriger. Das wäre es.
Okay, der Preis liegt deutlich über dem, was ich ursprünglich geplant hatte. Er liegt auch noch 20 % über dem, was ich dem Verkäufer zu Beginn unseres Gesprächs gesagt hatte. Aber so ganz abwegig ist der Preis vielleicht doch nicht. Nur - ich kann mir die Küche so gar nicht vorstellen. Mir fehlt die 3D-Ansicht. Wie sieht diese Küche aus? Wirkt sie symmetrisch? Sind Schubladen und Türen schön auf einer Höhe? Ich sage dem Verkäufer, dass wir auf jeden Fall erst einmal darüber schlafen müssen. Nein, das geht nicht. Das Angebot gilt nur heute. Sie haben doch nur diese Woche die 30%-Aktion.
Ich lasse mir doch nicht die Pistole auf die Brust setzen. Uns so unter Druck zu setzen - das geht doch wohl gar nicht. Ich stehe auf. Dann halt nicht. Meine Frau ist da kompromissbereiter. Sie versucht mich zu besänftigen. Ich erkläre ihr, dass sie diese %-Aktionen doch eh alle Nase lang hätten. (Tatsächlich wurde sie gleich am nächsten Tag wieder für 8 Tage verlängert.)
Also einigen wir uns darauf, dass wir uns das Ganze überlegen und uns gegebenfalls am selben Tag noch melden. Er hinterlegt das Angebot bei seiner Kollegin. Mitnehmen können wir es leider nicht. Also fällt es uns schwer, noch einmal richtig darüber nachzudenken, wenn wir gar nichts vor Augen haben. Beim Weggehen ist uns schon klar: Hier wird es nichts!

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