Geklaute Ideen

Los geht's zum Möbelhaus. Direkt vom Küchen-Fachgeschäft fahren wir weiter. Die Ideen, die der dortige Berater hatte - vielleicht lassen sie sich ja in den Vorschlag des Möbelhauses einarbeiten.

Im Möbelhaus läuft uns in der Küchenabteilung auch gleich unser Verkäufer von gestern über den Weg. In 10 Minuten hätte er Zeit. Sehr gut. Wir schauen uns also noch einmal in der Küchenabteilung um. Nach fünf Minuten hören wir eine Durchsage: "Herr Jäger aus Eschborn bitte zur Kücheninformation!" Dort wartet unser Verkäufer.

Erstmal fragen wir nach den Fronten. Ja, natürlich sind sie lackiert. In der lackierten Version hat dieser Hersteller nur die Farbe anders genannt. Aber es ist wirklich die gleiche Farbe. Wir können uns an einem Muster davon überzeugen. Also ist der Punkt schon mal geklärt.

Wir erzählen ihm "unsere" neuen Ideen. Ein abgeschrägter Schrank - nein, so etwas hätten sie nicht. Aber ein abgeschrägtes Regal. Das sieht mir aber irgendwie zu unordentlich aus. Ach, da hätte er noch diesen abgeschrägten Schrank. Also doch. Ja, das ist genau das, was wir suchen.

Und schmalere Hochschränke rechts und links neben dem Backofen. Damit es passt, müsste die Schrankwand hinter der Ecke etwas tiefer gemacht werden. Kein Problem, die Schränke wären im Grunde eh 60 cm tief und könnten beliebig in der Tiefe gekürzt werden. Ideal. Das passt also.

Er hätte den abgeschrägten Schrank auch noch als Apothekerschrank. Aber davon würde er uns abraten. Der Schrank wird ja nicht an einer Wand festgemacht, sondern an den anderen Schränken. Und wenn man so einen Apothekerschrank auszieht, zieht man dann mit einem ganz schönen Gewicht an den anderen Schränken, was denen auf Dauer nicht gut bekommt. Ein einleuchtendes Argument, auf das der Berater im vorigen Laden nicht gekommen war.

Geschirrspüler und Schrank daneben miteinander vertauschen. Das ist natürlich kein Problem. Ich müsse dann aber für eine Verlängerung der zugehörigen Schläuche sorgen.

Dann hätten wir gern noch Glas in den Türen der Oberschränke. Und der Wasserhahn - da gefällt uns der von Ikea besser. Ach ja, den kennt er auch. Der ist wirklich mehr "Landhaus". Also streicht er ihn aus unserem Angebot.

Der Preis liegt jetzt nur unwesentlich höher als das erste Angebot. Wir sind begeistert. Noch länger suchen? Ach, wir wissen mittlerweile doch, was wir wollen. Und das sieht genauso aus wie das, was uns hier angeboten wird. Uns fallen keine Änderungswünsche ein. Der Preis ist deutlich niedriger als die anderen Angebote, so deutlich, dass wir nicht damit rechnen, irgendwo anders noch viel Geld sparen zu können. Also machen wir es fest. Auch, damit wir das Thema endlich abschließen können. Diese Küchenberatungen sind doch immer ganz schön anstrengend.

Der Verkäufer geht mit uns noch einmal alles im Detail durch. Irgendwann in den nächsten zwei Wochen wird dann jemand zum Ausmessen kommen. Wenn etwas nicht passen sollte und wir andere Schränke brauchen, bekämen wir dafür natürlich den gleichen Rabatt. Unterschreiben. Fertig!

In einer anderen Ecke der Küchenabteilung wird gerade kostenlos Prosecco ausgeschenkt. Auf diesen Geschäftsabschluss gönne ich mir erst einmal ein Gläschen. Und vor dem Möbelhaus feiern wir den Kauf dann noch jeder mit einem Crepe mit Zucker und Zimt.

So sieht unsere fertige Küchenplanung aus:



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