Alles geht schief

Ich bin es wirklich leid. Was war das für ein besch... Wochenende. Eigentlich wollte ich doch mit dem Küchenfußboden im Wesentlichen fertig werden. Aber irgendwie klappt alles nicht.

Erstmal habe ich am Donnerstag den Fußboden aufgemeißelt, um noch Kabel für den Backofenanschluss zu verlegen. Was ich da angerichtet habe, sehe ich dann erst am Freitag. Irgendwie war durch die Aktion ein etwa 12 cm breiter und 2 m langer Streifen vom Estrich abgebrochen. Wenn man drauf tritt, knirscht es übel. Was jetzt? Es hilft ja nichts: Die Bruchstücke müssen raus, und ich muss die Lücke neu ausgießen. Da das Ganze ja erst einmal trocknen muss, wird es mit dem Fliesenlegen am Samstag also nichts.

Aber wenigstens will ich die Küchenhälfte schon einmal komplett leerräumen. Spüle und Spülmaschine müssen noch ins Esszimmer. Das wird ungemütlich! Aber da kommt auch schon das nächste Problem: Ich kann den Wasserzulauf für die Spülmaschine nicht abdrehen. Der Hahn lässt sich nicht mehr drehen. Was jetzt? Es hilft ja nichts: Ich muss das irgendwie hinbekommen.


Im Keller kann ich ja das Wasser für das ganze Haus abdrehen. Aber das Ventil in der Küche bekomme ich trotzdem nicht los. Aber ich kann ja einfach ein zusätzliches Absperrventil daruntersetzen. Im Baumarkt hole ich so ein Absperrventil und Teflonband zum Abdichten noch dazu. Bei Youtube schaue ich mir an, wie das mit diesem Teflonband funktioniert. Alles nicht so schwer. Als ich das Wasser im Keller wieder aufdrehe, tropft der dortige Hahn ein bisschen. Na ja, das wird sich schon wieder zusetzen, hoffe ich. Aber was schlimmer ist: Mein neues Absperrventil in der Küche tropft auch. Es hilft ja nichts: Ich werde da wohl noch einmal ran müssen.

Samstagmorgen. Die Ausgleichsmasse ist mittlerweile fest geworden. Aber leider ist sie etwas höher. Statt 1-2 mm Höhenunterschied zwischen dem Estrich im alten und im neuen Teil der Küche sind es jetzt eher 3 mm. Wenn ich das so lasse, wird das eine schöne Stolperkante. Es hilft ja nichts. Da muss ich noch einmal ran. Von der gegossenen Masse meißel ich also wieder etwas weg. Jetzt wird der Boden dort zwar noch unebener. Aber das muss ich dann halt versuchen, mit Fliesenkleber auszugleichen.


Wenn ich heute schon keine Fliesen verkleben kann, will ich aber doch wenigstens die Fliesen schneiden. Ich fange also wieder an, die Fliesen trocken zu verlegen. Irgendwann am Nachmittag habe ich dann alle Fliesenstücke geschnitten. Die Türzarge ist auch gekürzt. Immerhin etwas, was ohne Probleme klappt. Abends grundiere ich dann auch noch den Boden, so dass ich Sonntag tatsächlich mit dem Fliesenkleben loslegen kann.


Sonntag bin ich also am Verfliesen. Ach, ist der Fußboden uneben. Vor allem natürlich im Übergang zur anderen Küchenhälfte, wo ich den alten Estrich weggemacht, die Ausgleichsmasse reingekippt und dann wieder teilweise weggemeißelt habe. Aber auch sonst ist der Boden uneben. Dabei hatte ich doch alles versucht, um die Unebenheiten von den alten Fliesen wegzubekommen. Na ja, irgendwie wird es schon gehen. Doch als ich fast fertig bin, fällt mir auf, dass eine Fliese im Übergangsbereich zur neuen Küchenhälfte doch etwas zu schräg liegt. Das fällt auf. Da kommt auch kein Schrank darüber. Das werde ich immer wieder sehen und mich darüber ärgern. Das kann so nicht bleiben. Es hilft ja nichts: Die Fliese muss wieder raus.

Aber solange der Fliesenkleber noch nicht getrocknet ist, komme ich dort nicht hin. Das muss wohl noch einen Tag warten. Aber am Montag muss ich doch arbeiten. Und wenn ich erst abends die Fliese rausmache und eine neue reinsetze, dann kann ich ja erst am Dienstag verfugen. Dann käme die Spüle erst am Mittwoch wieder an ihren Platz zurück. Und so lange könnten wir nicht spülen. Nein, das geht nicht. Also mache ich mich am Montagmorgen noch vor der Arbeit an die Fliese. Mit dem Bohrhammer versuche ich, sie herauszuschlagen. Es klappt sehr schnell. Und nicht nur das. Die Nachbarfliese löst sich auch noch gleich. Hoffentlich hat sich nicht noch mehr gelockert! Als ich um 9 zur Arbeit komme, bin ich mit dem Fliesenlegen fertig.

Abends wird dann verfugt. Den entstehenden Dreck kann ich an diesem Abend nicht mehr komplett entfernen. Zurück bleibt ein noch ziemlich verdreckter, aber immerhin verfugter Fliesenboden.

Dienstagabend geht es weiter. Putzen, putzen, putzen - bis der ganze Dreck draußen ist und keine Mörtelschlieren mehr auf den Fliesen zu sehen sind. Wenigstens so grob. Am späten Abend stehen dann auch wieder Spüle und Spülmaschine in der Küche, und die Spülmaschine läuft, ... bis sie auf einmal lospiept. Ach nein! Nicht noch ein Problem! Die Maschine kann offenbar das Wasser nicht rauspumpen. Also behelfen wir uns mit einem Eimer. Ablaufschlauch in den Eimer hängen, und weiter geht es mit dem Spülen. Immerhin liegt es nicht an der Spülmaschine. Kurz vor Ende des Spülvorgangs merke ich dann, woran es liegt: Ich hatte den Ablaufschlauch falsch angeschlossen. Aber am Mittwoch werde ich mich eh nochmal um den Spülmaschinenanschluss kümmern müssen. Der Zulauf ist nämlich immer noch nicht dicht.

Und dann noch ein kleiner Nebeneffekt meiner Fliesenlegerei. Meine Handy erkennt meinen Fingerabdruck nicht mehr. Auch nicht nach gründlichem Waschen und Schrubben. Das andauernde Herumhantieren mit Mörtel und Fugenmasse greift doch ein wenig die Haut an. Die Fingernägel werden brüchig. Überhaupt fühle ich mich nur noch eingestaubt. Ich bin das alles leid.



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